Eines Tages lud mich eine Freundin spontan zum Wandern ein. Ich war gerade erst vor ein paar Tage aus der Quarantäne entlassen worden, fühlte mich jedoch gut genug, um ihr zuzusagen. Da ich mich zu dem Zeitpunkt mit dem Essen gut zurück halten konnte, habe ich keinen Hunger für ein Frühstück verspürt, was im Nachhinein ein unüberlegter Fehler war.
Wir starteten in einem Wald am Fuß eines Hügels und der Weg führte sofort steil bergauf. Ich hatte glücklicherweise an meine Nordic-Walking-Stöcke, die mir hier behilflich waren, gedacht. Doch schon nach kurzer Zeit musste ich eine Pause einlegen. Mir war zwar klar, dass ich untrainiert war, doch so schlimm hatte ich es mir nicht vorgestellt. Irgendwie stellte sich bei mir eine Kraftlosigkeit ein, was dazu führte, dass ich sogar Mühe hatte die Beine zu heben. Ich hatte zwar immer noch keinen Hunger, doch ich musste mir eingestehen, dass ich ohne Energiezufuhr nicht weiterkommen würde. Also legte ich eine von vielen weiteren Pausen ein, holte einen Apfel heraus und begann ihn zu essen. Darauf folgten dann noch eine Karotte und endlich das nahrhaftere Brot mit Wurst und Käse. Das hätte ich gleich essen sollen.
Ich merkte, dass es mir etwas leichter fiel, den Weg fortzusetzen, aber auf meiner Höchstleistung war ich trotzdem nicht. An mir gingen ältere Menschen und Kinder vorbei und ich fühlte mich richtig mies. Meine Gedanken wurden düster und das tat sein Übriges. Ich sagte meiner Begleiterin, die eine professionelle Wanderin ist und mit mir daher meistens nur die einfachsten Strecken geht, mehrmals, sie möge voraus gehen, sie solle nicht auf mich warten, ich würde bald umdrehen, etc. Doch sie blieb bei mir und irgendwie hatte ich das Bedürfnis dranzubleiben.
Ich machte weiter kleine Pausen, wenn es gar nicht mehr anders ging. Aber ich änderte auch meine innere Einstellung. Mir kamen zwei meiner Affirmationen, die ich so gern an der Wand hängen habe, in den Sinn und ich beschloss, mich nur mehr auf diese beiden zu konzentrieren, während es stetig bergauf ging. Vor allem die letzten 20 Minuten zum Zielort bestanden aus einer steilen, gewundenen, mit Wurzeln und Steinen übersäten Strecke, bei deren Anblick mir erstmals schlecht wurde.
„Das schaff' ich nie und nimmer“, war mein erster hinderlicher Glaubenssatz.
Doch ich setzte dennoch einen Fuß vor den anderen.
Ich wechselte wieder zu meinen Affirmationen, die da lauteten:
Diese spielte ich ununterbrochen in meinem Kopf auf und ab. Ich erinnerte mich außerdem an etwas aus meinem Pferdetraining: „Kleinschrittig vorarbeiten, bis man beim Ziel angelangt ist.“ Das brachte mich zum Lächeln. Und tatsächlich begann ich, immer nur max. 2 m vom Weg vor mir anzuschauen und nicht die gesamte Strecke, die ich noch vor mir hatte.
Stattdessen drehte ich mich um und blickte auf den Abschnitt, den ich schon bewältigt hatte, zurück. Das machte mich stolz und motivierte mich, jeden einzelnen Schritt bewusst zu setzen. Und plötzlich hatte ich diesen für mich gewaltigen Berg hinter mich gebracht.
Ich konnte es kaum fassen! Iich,die sich zunächst schwach und untauglich fühlte, hatte es geschafft!
Da prasselten die Glücksgefühle auf mich ein! Ich blickte voller Stolz den Hang hinunter! Beim Zielort gab es für mich dann gleich zwei Suppen und einen großen Radler. Mental und körperlich gestärkt war der Rückweg dann kein Vergleich mehr.
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Marion Beier-Rodax
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